Ein Künstlerpaar aus Ossenheim: Angel Peychinov und Cveta Markova

Zwei virtuose Maler auf dem Land. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Angel Peychinov war u. a. Meisterschüler des skandalumwitterten Aktionsmalers Professor Hermann Nitsch am Städel. Vor ein paar Jahren tauschten Angel Peychinov und seine Frau Cveta Markova das Großstadtleben gegen das Dörfchen Ossenheim ein. Ihre zwei kleinen Kinder sollten in der Erde spielen, Pflanzen riechen und Tieren erleben können. Womit aber beide überhaupt nicht gerechnet hatten: nur ein paar Hundert Meter neben ihrem Wohnhaus und Atelier liegen die Ausstellungsräume der Kunstgalerie Hoffmann. (Adelheid Hoffmann erhielt 1990 den Wetterauer Kulturpreis.) „Das erste, was wir hier angetroffen haben, war Kunst.“

Angel Peychinov und Cveta Markova kennen sich seit der 8. Klasse auf einem bulgarischen Kunstgymnasium. Schon in jungen Jahren erhielten die Hochbegabten eine klassische Malausbildung, entwickelten über die Kunstakademie in Bulgarien und an der Frankfurter Städelschule eine Kunstfertigkeit, die sie zum Geheimtipp der Porträtmalerei machten. Es folgten Ausstellungen u.a. im Art Centre Puschkin in Antwerpen.

Ihre Malerei prägt einen vollendeten Hyperrealismus bis in das kleinste Detail. Romantik, Liebe und Melancholie bilden die Szenerien. Sie verbinden Figuration und Abstraktion mit einer eindrucksvollen Emotionalität. Man sieht den Bildern deutlich an, dass ihnen die intensive Beschäftigung mit der großen klassischen Malerei von Rembrandt, Michelangelo oder Monet vorausgeht. „Wir wollen die direkte Wirkung, dass die Betrachter ergriffen und berührt sind“. Das Porträtbild ihrer Tochter, ihren romantisch trotzigen Blick, musste Cveta Markova allerdings während einer Ausstellung in der Klinik Hohe Mark abhängen. Die Ärzte hatten es aufgrund der Präsenz und möglichen Folgen bei Patienten nicht zugelassen. Schnell hat sich in Ossenheim bei Friedberg herumgesprochen, dass hier eine Malerfamilie lebt und schon bieten die Künstler Meister-Malkurse für Kinder und auch Erwachsene an. „Wir profitieren sehr von der Neugierde in dem kleinen Städtchen, man will uns kennenlernen.“

www.cvetamarkova.com & www.angelpeychinov.com