Asterix besucht den Glauberg

Zu sehen war der berühmte Gallier erstmals auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse und im Juli 2018 besuchte die rund neun Meter hohe Figur für eine Woche die Keltenwelt am Glauberg, wo sie vor dem Museum die Besucher begrüßte. „Wir freuen uns auf den Superhelden, der auch unter den Museumsteam viele große und kleine Fans hat“, erzählt Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt am Glauberg. Ausgeliehen wurde er vom Verlag, der auch jede Menge Asterix und Obelix-Hefte für eine Leseecke zur Verfügung stellte.

Keltenwelt am Glauberg
Keltenwelt am Glauberg

Anlass für diese Aktion ist die neue Sonderausstellung im Museum, die sich mit dem Bild der Kelten seit der Antike bis heute beschäftigt. Da dürfen die beiden Comic-Figuren aus dem unbezwingbaren gallischen Dorf natürlich nicht fehlen.

 

Die Sonderausstellung „Mythos Kelten?

Auf Spurensuche in Europa“ wirft einen Blick auf die spannenden Forschungen zu den Kelten. Was versteht die Wissenschaft unter dem Begriff „Kelten“? Welche Rolle spielen dabei Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik? Findet man in Irland etwa noch Nachfahren der Kelten? Hat sich keltische Sprache irgendwo in Europa erhalten? „Das Problem hinter all dem ist, dass die Kelten selbst kein Schrifttum hinterließen. Sie haben schlicht und einfach nichts aufgeschrieben, sondern mündlich weitergegeben“, so Vera Rupp. Das, was die römischen und griechischen Geschichtsschreiber über sie berichten, muss mit Vorsicht betrachtet werden. Sie waren eindeutig keine wilden Barbaren und tollen Draufgänger. Archäologie und Keltologie zeichnen ein völlig anderes Bild. Nicht nur die Exponate in der Sonderausstellung wie die Nachbildung des Gundestrup Kessels aus Dänemark, sondern auch der Goldschmuck und die reich verzierten Bronzekannen aus den Fürstengräbern vom Glauberg zeigen, dass die keltischen Handwerker sehr einfallsreich und talentiert waren. Ob die Kelten am Glauberg also auch ebensolche Feinschmecker waren wie die Bewohner des kleinen gallischen Dorfes? Machen sie sich doch am besten ihr eigenes „Kelten-Bild“.