Katharina Grohmann, der Ironman und die Fitness

Die Bad Vilbeler Profi-Triathletin hat beim Ironman Hamburg 2018 als beste Deutsche den zweiten Platz erreicht.

Atemlos ist Katharina Grohmann nie – dabei hätte die passionierte Bad Vilbeler Sportlerin dazu genug Gelegenheit. In Gießen hat sie ihren Bachelor of Science für „Bewegung & Gesundheit“ gemacht, leitet wöchentlich 20 Stunden das firmeneigene Fitnessstudio von Hassia. Sie zeigt 150 bis 180 regelmäßig trainierenden Büromenschen und Produktionsmitarbeitern, wie der Rücken fit bleibt und regt zum Ganzkörper-Workout an. Doch Bewegung ist für sie mehr, als ein Job. „Ich liebe und lebe den Sport“, betont die 31-Jährige und ehemalige Leichtathletin.

Seit 2010 sucht Katharina Grohmann die besondere Herausforderung als Triathletin: 2011, 2012 und 2013 nahm sie in ihrer Altersklasse bereits auf Hawaii teil und wurde 2012 sogar Dritte. Vor ein paar Jahren wechselte sie dann ins Profilager. Ihr bestes Rennen 2017 war der „Continental Championship“ beim IRONMAN in Australien mit Platz 5 insgesamt bei den Frauen. Das bedeutete die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Hawaii.

Beste Voraussetzungen in der Wetterau

Wenn sie das Hassia-Fitnesscenter verlässt, eröffnet sich entlang des Nidda-Radwegs ein riesiges Wetterauer Outdoor-Studio. Aber auch im Bad Vilbeler Stadtwald findet sie beste Voraussetzungen für das Lauftraining. Das Schöne daran: Nicht nur ein Profisportler, sondern jeder kann dort etwas für seine Gesundheit tun, findet Grohmann: „Laufen kann man immer und überall, ein Paar Turnschuhe, eine halbe Stunde Zeit – und los geht’s.“ Wer noch ungeübt ist, könne mit 20 Minuten anfangen und sich dann steigern. Für das

Ausdauertraining bietet sich die Nidda-Radroute von Bad Vilbel gen Norden an – anfangs eine, dann anderthalb Stunden lang. „Sie ist wirklich für jeden gut geeignet, weil sie sehr flach ist und sehr ruhig; in den Ortschaften kann  man auch einkehren.“ Die dritte Ironman-Disziplin, das Schwimmen, trägt ebenfalls sehr gut zur körperlichen Aktivierung bei, betont die Trainerin. Knochen werden geschont, Gelenke mobilisiert.

Triathlon-Tipps für Einsteiger

Eines ist bei alledem entscheidend: das regelmäßige Training.
Die Profisportlerin rät:

  • Zwei bis drei Mal die Woche bringen mehr, als der eine große Kraftakt.
  • Auch beim Schwimmen kleine Pausen, 20 bis 30 Sekunden Verschnaufen am Beckenrand einbauen.
  • Kürzere Strecken schneller, längere ruhiger anzugehen.
  • Am wichtigsten ist bei allem Ehrgeiz der Spaß, das gute Körpergefühl hinterher. „Wer rastet, der rostet – das ist das beste Sprichwort überhaupt“, findet sie, denn „wer sich wenig bewegt, dem tut bald alles weh“.

Deswegen ist für sie Sport auch keine Verpflichtung, ein Termin zum Abarbeiten, sondern etwas ganz Alltägliches, so, wie sie lieber die Treppe statt Aufzüge benutzt. Für den Ironman aber braucht es noch den besonderen Kick, frei nach Grohmanns Motto: „Es ist besser etwas Erlebtes zu bereuen, als zu bereuen etwas nicht erlebt zu haben.“