Pendelbewegungen zwischen Vernunft und Irrationalität zogen zwei Frankfurter Berühmtheiten in ihren Bann: Theodor W. Adorno und Max Horkheimer. Gemeinsam mit Leo Löwenthal waren sie die Schwerkraft des Instituts für Sozialforschung. Adorno und Horkheimer kehrten nach dem zweiten Weltkrieg aus der Emigration in Kalifornien nach Frankfurt zurück, in die Senckenberg Anlage 26. Sie beschäftigte die Entfremdung zur Natur durch eine zwanghafte Naturbeherrschung:
Der Einzelne wird gegenüber den ökonomischen Mächten vollends annulliert. Dabei treiben diese die Gewalt der Gesellschaft über die Natur auf nie geahnte Höhe.
Ins Visier der später als Frankfurter Schule bezeichneten Gesellschaftskritik geriet eine verhängnisvolle Dialektik: zwischen erfolgreicher Naturbeherrschung, ursprünglich geleitet von Prinzipien der Vernunft und der Rationalität, und der Selbstzerstörung. Letztlich werde der Mensch wieder der Natur verfallen. Die beiden Frankfurter Philosophen nannten es die Naturverfallenheit.