Im neuen Weltraum mit Christof Paul

Gelandet in der Wilhelmstraße, nahe dem Nordbahnhof in Bad Vilbel. Man hört schon das Klopfen, dann geht die bunt bemalte Tür geht auf. Großgewachsen und ruhig steht Christof Paul vor mir und bittet mich in die Werkstatt. Sein Schäferhund muss sich noch vom letzten Abenteuer erholen und geht nach zunächst kritischer Begrüßung wieder auf sein Plätzchen. Früher wurden hier Heizungen gebaut. Auch heute geht es nicht weniger handfest zu. Bei den gröberen Arbeiten kommt die Motorsäge zum Einsatz, ansonsten eine japanische Handsäge und traditionelles Schnitzwerkzeug. Zahlreiche seiner Werke stehen in der Wetterau, darunter einige Brunnenskulpturen sowie Skulpturen aus Sandstein und Holz. Doch der Werkstoff Holz, seine Lebendigkeit und Formspannung lassen den Bildhauer nicht mehr los.

Christof Paul ist einer der letzten figürlichen Bildhauer, die noch eine Ausbildung als Holzbildhauer absolviert haben. Es folgte das Studium bei Professor Christian Höpfner in seiner Bildhauerklasse an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Viel hat der Bad Vilbeler von dem großen Bildhauer und Medailleur gelernt, der zudem auch letzter Meisterschüler von Richard Scheibe war.  Mit diesen künstlerischen Wurzeln steht der gerade mal 42-jährige Christof Paul als freischaffender Künstler in großer Tradition. Das spürt man beim Anblick seiner Menschenfiguren unmittelbar. Mit Geduld, präziser Beobachtungsgabe und Sensibilität erarbeitet er die Objekte nach alter Schule und bemalt sie regelrecht meisterlich. „Ich baue eine intensive Beziehung zu meinen Arbeiten auf, um so die Formen vorsichtig freilegen zu können. Die nötige Ruhe und Konzentration finde ich bei meinen Spaziergängen an der Nidda.“ Hier hatte er auch seine Inspiration der mittlerweile deutschlandweit beachteten Serie Spaceman with Fox. Ausstellungen in der Frankfurter Galerie Barbara von Stechow und erst kürzlich bei Schimming in Hamburg zeigten das phantasiereiche Gespann mit großem Erfolg.

Es war an einem eisigen Wintertag Anfang 2016: Christof Paul lief mit seinem Schäferhund über einen gefrorenen Acker, der einer Mondlandschaft glich. „Dick eingepackt fühlte ich mich wie ein Astronaut. Plötzlich war die Geschichte da: Spaceman with Fox.“ Warum aber ein Fuchs? „Mein Hund brauchte noch eine kleine Transformation, um in einer so unwirtlichen Umgebung wie auf dem Mond überhaupt überleben zu können. So wählte ich den Polarfuchs.“ Christof Paul hat sein Thema gefunden. In Zeiten, die immer düsterer werden, freut er sich mit dem geeigneten Schutzanzug und seinem transformierten Schäferhund noch auf viele Geschichten und Abenteuer. Gerade fertigt der Bildhauer eine Auftragsarbeit für das neue Hyatt-Hotel am Frankfurter Flughafen. Dort wird der Spaceman with Fox bald in der Hotelhalle dem hektischen Hoteltreiben zusehen. Aber noch liegt der Schäferhund auf seinem Plätzchen hinten in der Werkstatt.

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